Yesterday

Mittwoch, 6. November, 18.00 und 20.30 Uhr

Großbritannien 2019; Regie: Danny Boyle; Darsteller*innen: Lily James, Himesh Patel, Ed Sheeran, Sophia Di Marino; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 0; 117 Minuten

Jack Maik ist leidenschaftlicher Sänger und Songwriter. Doch bis auf seine Freunde und seine beste Freundin will niemand seine Musik hören. Als ein weltweiter Stromausfall dafür sorgt, dass Jack in einen Verkehrsunfall verwickelt wird, ändert sich jedoch alles. Denn plötzlich stellt er fest, dass sich keiner außer ihm mehr an die Musik der Beatles erinnern kann. Die größte Band der Musikgeschichte hat es scheinbar nie gegeben. Jack nutzt seine größte Chance: er schreibt alle Lieder und Melodien, an die er sich erinnert, auf – und wird bald als das größte Musikgenie gehandelt, dass je gelebt hat. Was ja theoretisch auch stimmt. In kürzester Zeit wird er zur weltweiten Sensation und zu einem Mega-Popstar, dem die Herzen reihenweise zufliegen und der mit Ed Sheeran auf Tournee geht. Sein neu gewonnener Ruhm stellt die Beziehungen zu seinen Freunden und seiner Familie auf eine harte Probe.

Die Idee, anhand einer solch ausgetüftelten Storyline einer der größten Rockbands der Musikgeschichte Tribut zu zollen, ist kongenial und originell. Unverkrampft unvollkommene Figuren, die das Herz auf dem rechten Fleck haben – und genau deswegen das Herz des Zuschauers im Sturm erobern.

Frau im Mond – Stummfilmkonzert

Mittwoch, 30. Oktober, nur 20.30 Uhr

Stummfilmkonzert mit Günter Buchwald

Deutschland 1928/1929; Regie: Fritz Lang; Darsteller*innen: Gerda Maurus, Willy Fritsch, Klaus Pohl, Gustav von Wangenheim, Gustl Stark-Gstettenbaur; 168 Minuten

Der Mondexperte Professor Manfeldt ist sich sicher: Auf dem Mond gibt es nicht nur Wasser und Sauerstoff, sondern auch jede Menge Gold, das geborgen werden will. Sein größter Traum ist es, eine Mondexpedition zu dessen Schätzen durchzuführen. Gemeinsam entwickelt er mit anderen Enthusiasten ein imposantes Raketenraumschiff für die erste Fahrt zum Mond. Sechs Menschen treten den Flug in der Rakete zum Mond an: Professor Manfeldt, Raketenbauer Helius, Chefingenieur Windegger mit seiner Verlobten, der Astronomiestudentin Friede, in die auch Helius heimlich verliebt ist. Dabei sind auch der Agent eines Wirtschaftssyndikats, das das Mondgold kontrollieren will und ein kleiner Junge, der sich als blinder Passagier an Bord geschmuggelt hat. Auf dem Mond kommt es zum Kampf um das Gold. Als der Sauerstoffbehälter beschädigt wird, muss einer auf dem Mond zurückbleiben, damit die anderen sicher zur Erde zurückkehren können.
Noch immer verblüfft Langs utopisch-fantastischer Film durch seinen Ideenreichtum, durch die wissenschaftlich fundierte Darstellung der Mondlandschaft und der technischen Details von Start, Flug und Landung der Weltraumrakete. Das liegt nicht zuletzt an der engen Zusammenarbeit der Filmemacher mit dem Pionier der Raketenforschung Professor Hermann Oberth. Am Drehort in den Filmstudios in Potsdam-Babelsberg wurden Unmengen von Sand für die Darstellung einer möglichst realistischen Mondlandschaft aufgeschüttet und die imposante Mondrakete gebaut.

Zur Aufführung in Sinsheim spielt die Silent Movie Music Company aus Freiburg unter der Leitung von Günter Buchwald.

The Dead Don‘t Die

Mittwoch, 23. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2019; Regie: Jim Jarmusch; Darsteller*innen: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Eszter Balint, Iggy Pop, RZA; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 16; 103 Minuten

Independent-Regisseur Jim Jarmusch lässt die Toten auferstehen in seiner neuen Horrorkomödie The Dead Don’t Die. Für seinen satirischen Ausflug ins Zombiegenre konnte Jim Jarmusch eine herausragende Besetzung verpflichten: Bill Murray, Adam Driver, Steve Buscemi, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Selena Gomez, Tom Waits, Iggy Pop und RZA.

Eine Verschiebung der Erdachse löst eine Abfolge seltsamer Geschehnisse in der beschaulichen Kleinstadt Centerville aus. Während Sheriff Cliff Robertson noch rätselt, ist sich sein Kollege Ronald Peterson sicher: Es muss sich um eine Epidemie von Zombies handeln. Diese haben es allerdings nicht nur auf die Bürger von Centerville abgesehen, sondern auch auf Dinge, mit denen sie sich bevorzugt zu Lebzeiten beschäftigt haben. So wandeln sie auf den Straßen – hungrig nach Menschenfleisch, Kaffee und gerne auch einem Gläschen Chardonnay.

Als sich herausstellt, wie man der untoten Ghule habhaft werden kann, macht das Polizistenduo – bewaffnet mit Machete und Schrotflinte – nun Jagd auf Zombieköpfe, um die Stadt doch noch vor der Invasion zu retten. Unerwartete Unterstützung bekommen sie von der schrägen schottischen Bestatterin Zelda Winston, die mit überirdischer Präzision ihr Samurai-Schwert schwingen lassen kann.

Free Solo

Mittwoch, 16. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2018; Regie: Elizabeth Chai Vasarhelyi; Kamera: Jimmy Chin; Dokumentarfilm; Darsteller*innen: Alex Honnold, Sanni McCandless, Tommy Caldwell; FSK: ab 0; 100 Minuten

Der Extremsportler Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf seinen größten Lebenstraum vor: Er will den fast senkrechten Felsen El Capitan erklimmen und das im Alleingang und ohne Sicherung. Denn Honnold ist nicht nur irgendein Extremsportler, sondern Free-Solo-Kletterer.
Auf seinem Weg begleiten ihn die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Elizabeth Vasarhelyi und ihr Kameramann, Profi-Bergsteiger Jimmy Chin. Sie zeigen nicht nur wie sich der Athlet auf sein hohes Ziel vorbereitet, sondern erzählen auch von den Rückschlägen, Verletzungen und Opfern, die der Sportler erbringen muss, um seinen Körper in Form zu bringen. Der Film beschäftigt sich auch mit der Frage, was Honnold antreibt, für seine Leidenschaft sein Leben zu riskieren, und beleuchtet, wie seine Eltern, Freunde und Lebensgefährtin mit dem gefährlichen Lebenstraum umgehen. Schließlich können jeder Fehler und jede kleine falsche Bewegung schon seinen Tod bedeuten.

Free Solo gewann Ende Februar 2019 einen Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

4 Könige

Mittwoch, 9. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2015; Regie: Theresa von Eltz; Darsteller*innen: Jannis Niewöhner, Jella Haase, Paula Beer, Clemens Schick; FSK ab 12; Prädikat: besonders wertvoll; 99 Minuten

Weihnachten – das Fest der Liebe und die Zeit der Harmonie und Geborgenheit. Weil bei ihnen zu Hause die Familienkonflikte kurz vor Weihnachten eskalieren, verbringen vier sehr unterschiedliche Jugendliche dieses Jahr Heiligabend in der Psychiatrie. Zu ihrem Glück steht ihnen der unkonventionelle Arzt Dr. Wolff zur Seite, der in allen vier ihre Stärken sieht und ihnen mehr zutraut als sie sich selbst. Gemeinsam erleben sie ein Weihnachten, das sie nie vergessen werden – voller Trotz und Traurigkeit, aber auch voller Ironie und Überraschungen. Der Film lebt vom lebendigen Spiel seiner jungen Hauptdarsteller*innen. Dazu versammelt die Regisseurin die besten Schauspieler ihrer Generation. Einfühlsam erzählt sie die Geschichte von vier Heranwachsenden, die ihren Platz in der Welt erst noch finden müssen. Charmant und ironisch ist 4 Könige der etwas andere Weihnachtsfilm, der auch im Oktober sehenswert ist.

CINEMA PARADISO zeigt den Film in Zusammenarbeit mit dem Bürgerkreis für psychosoziale Arbeit e. V. in Sinsheim.

Aufbruch zum Mond

Mittwoch, 2. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2018; Regie: Damien Chazelle; Darsteller*innen: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Christopher Abbott; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 12; 138 Minuten

Der Film erzählt die Geschichte des Mondflugs der Apollo-11-Mission und bleibt dabei ganz bei der Perspektive Neil Armstrongs. Neben der detailgenauen Rekonstruktion der fast körperlich spürbaren Mission ist der Film ein auffällig leises und berührendes Drama, das die Beziehung von Neil und seiner Frau Janet in den Vordergrund stellt. Eine Beziehung, die schon früh am Krebstod der erst dreijährigen Tochter Karen zu zerbrechen droht. Ryan Gosling spielt Armstrong mit jener emotionalen Zurückhaltung, die viele seiner Rollen auszeichnet und die die Figur dennoch dem Zuschauer nahebringt. Claire Foy zeigt Janet als eine starke Ehefrau, die über ein unglaubliches Maß an innerer Kraft verfügt und ihren Mann, der sich mehr und mehr in sich selbst zurückzieht, immer wieder wachrüttelt, um sich dem Leben und seiner Familie, die ihn braucht, zu stellen. Chazelle inszeniert die Szenen der beiden intensiv und zum Schluss sogar ohne Dialog. Man versteht auch so, was Neil und Janet miteinander durchgemacht haben.

Generell zeichnet Aufbruch zum Mond ein kluges und klar konzipiertes Sound-Design aus, mit einer genauen Balance zwischen lauten Momenten der Überwältigung und ganz leisen Momenten der Zurückgenommenheit. Dazu kommen ein starker Cast, eine exzellente Kamera sowie eine beeindruckend authentische Ausstattung. Überwältigendes Kino in seiner stärksten Form.

Border

Mittwoch, 25. September, 18.00 und 20.30 Uhr

DK/Schweden 2018; Regie: Ali Abbasi; Darsteller*innen: Eva Melander, Eero Milonoff, Jörg Thorsson, Ann Petrén; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 16; 111 Minuten

Die Grenzbeamtin Tina ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau etwas Animalisches. Tina hat zudem eine besondere Fähigkeit: Sie kann Angst, Scham und Wut anderer Menschen wittern. Ihr Talent macht sich der schwedische Grenzschutz erfolgreich zunutze, um Kriminelle aufzuspüren. Dennoch fühlt sich Tina seltsam fremd unter ihren Mitmenschen und lebt einsam und naturverbunden als Außenseiterin in den Wäldern. Doch dann begegnet sie Vore, der ihr auffallend ähnlich sieht und bei dem ihre Begabung an ihre Grenzen stößt. Tina ahnt, dass er etwas zu verbergen hat. Und doch, unbefangen, wild und erstaunlich frei, wirkt Vore ungemein anziehend auf sie. Tina spürt bei ihm eine Vertrautheit, die ihr bisher fremd war. Als die beiden sich näherkommen, offenbart Vore ihre mystische Herkunft. Aber dieses Wissen bringt nicht nur neue Freiheiten, sondern auch unbequeme Herausforderungen mit sich, denen sich Tina stellen muss.

Leid und Herrlichkeit

Mittwoch, 18. September, 18.00 und 20.30 Uhr

Spanien 2019; Regie: Pedro Almodóvar; Darsteller*innen: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Asier Etxeandia, Leonardo Sbaraglia; FSK: ab 12; 112 Minuten

Regisseur Salvador Mallo entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter, die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seinem exzessiven Leben blickt Salvador jetzt auf die Jahre zurück, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte, schmerzliche Verluste hinnehmen musste, aber auch zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden in Spanien wurde. Durch die Reise in seine Vergangenheit und die Notwendigkeit diese zu erzählen, findet Salvador den Weg in ein neues Leben.
Mit Leid und Herrlichkeit gelingt Regisseur Pedro Almodóvar ein faszinierendes Vexierspiel zwischen Fiktion und autobiographischer Wahrheit. Über drei Epochen fächert er das schillernde Leben des berühmten Filmregisseurs Salvador Mallo auf. Superstar Antonio Banderas spielt diesen einst vor Lebenslust und Kreativität sprühenden Mann mit glühender Intensität und bekam dafür bei den Filmfestspielen in Cannes 2019 den Preis für den besten Hauptdarsteller. Alberto Iglesias wurde für die beste Filmmusik ausgezeichnet.

Überall wo wir sind

Mittwoch, 11. September, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2017; Regie: Veronika Kaserer; Dokumentation; FSK: 6; 96 Minuten

Heiko, ein 29-jähriger lebensfroher Tanzlehrer aus Berlin, kämpft seit sieben Jahren mit einer tödlichen Krankheit. Als sich die Familie und seine Freunde daran gewöhnt haben, dass Heiko allen Prognosen zum Trotz einfach immer weiterlebt, erhält er die Diagnose, dass ihm nun nicht mehr viel Zeit bleibt, und er kehrt zum Sterben in sein Elternhaus zurück. Aber auch jetzt geben Heiko und vor allem sein Vater Jürgen die Hoffnung auf ein Wunder nicht auf. Seine Mutter Karin versucht hingegen, ihn auf das Bevorstehende vorzubereiten. Sie würde ihrem Sohn gern von ihrer Nahtoderfahrung erzählen, findet aber nicht den passenden Moment. Tag und Nacht verbringen viele Freunde und Verwandte Zeit bei Heiko am Bett, um noch einmal in seiner Nähe zu sein, gemeinsam zu weinen und auch herzhaft zu lachen. Heikos Schwester stürzt sich auf Organisatorisches und sucht Halt in einer gewissen Distanz. Die Formen des Umgangs mit dem Verlust und der Trauer sind so unterschiedlich wie die Betroffenen selbst.
Cinema Paradiso zeigt den Film in Zusammenarbeit mit dem Kirchlich Ambulanten Hospizdienst Kraichgau.

Trautmann

Mittwoch, 4. September, 18.00 und 20.30 Uhr

D/GB 2018; Regie: Marcus H. Rosenmüller; Darsteller*innen: David Kross, Freya Mavor, John Henshaw, Harry Melling; Prädikat: besonders wertvoll; FSK:12; 120 Minuten

Mit gerade einmal 17 Jahren wird Bernd Trautmann in die Wehrmacht eingezogen und gerät als Soldat in den letzten Kriegstagen 1945 in britische Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Manchester. Die deutschen Soldaten veranstalten während ihrer Gefangenschaft Fußballspiele. Bei einem dieser Spiele ist auch Jack Friar, Trainer des lokalen Fußball-Vereins St. Helens anwesend, der sofort Trautmanns großes Talent als Torwart erkennt. Der Trainer engagiert den deutschen Soldaten als Torhüter für St. Helens. Dort bleibt er nicht lange, auch wenn er sich in Margaret, die Tochter seines neuen Trainers, verliebt hat. Der äußerst erfolgreiche Club Manchester City verpflichtet Trautmann als Keeper in der ersten Liga. Von vielen Fans wird das allerdings mit Entrüstung aufgenommen, denn bis vor kurzem galt der neue Mannschaftskamerad noch als Todfeind. Es ist für Trautmann nicht leicht, die Vorurteile der Bevölkerung gegen den Deutschen – den Nazi – zu überwinden. Erst während des legendären FA-Cup-Finales von 1956 gelingt es dem deutschen Torwart, die Herzen der Fans zu erobern. Er wurde zum Fußballer des Jahres und damit zur Torwartlegende. Der Film zeigt ein Stück vergessener deutsch-britischer Nachkriegsgeschichte.