Intrige

Dienstag, 1. Dezember, 18.00 und 20.00 Uhr

Frankreich/Italien 2020; Regie: Roman Polanski; Darsteller*innen: Jean Dujardin, Louis Garrel, Emmanuelle Seigner; FSK: ab 12; 132 Minuten

Am 5. Januar 1895 wird der junge jüdische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist Marie-Georges Picquart, der kurz darauf zum Geheimdienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus der angeblichen Spionage überführte. Anfänglich überzeugt von dessen Schuld kommen Picquart Zweifel, als weiterhin militärische Geheimnisse an die Deutschen verraten werden. Doch seine Vorgesetzten weisen ihn an, die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Entgegen seines Befehls ermittelt er weiter und gerät in ein gefährliches Labyrinth aus Verrat und Korruption, das nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Leben in Gefahr bringt.

Edie – Für Träume ist es nie zu spät

Dienstag, 24. November, 18.00 und 20.00 Uhr

GB 2019; Regie: Simon Hunter; Darsteller*innen: Sheila Hancock, Kevin Guthrie, Paul Brannigan, Amy Manson; FSK: ab 6; 102 Minuten

Edith Moor, kurz Edie, ist eine forsche, aber liebenswerte Frau in den Achtzigern. Ein Leben lang hat sie sich stets nach den Bedürfnissen anderer gerichtet. Als ihre Tochter Nancy sie in ein Altersheim stecken will, beschließt die 83 Jährige aber schließlich ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen und sich einen lang ersehnten Traum zu erfüllen: Sie wollte schon immer den Berg Suilven in den schottischen Highlands erklimmen. Der Suilven zählt nicht zu Schottlands höchsten, aber zu seinen steilsten Bergen. Ohne Training ist er für Edie nicht zu meistern, deshalb engagiert sie den jungen Jonny, sie für den herausfordernden Aufstieg vorzubereiten. Jonny, der zunächst nur an schnelles Geld dachte, lernt Edie näher kennen und erfährt immer mehr über ihre Geschichte. Und während die beiden Wanderer den Berg versuchen zu besteigen, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen  ihnen.
Edie ist die einfühlsame Geschichte einer Frau, die sich erst an ihrem Lebensabend befreit. Geht es mit ihrem Mann und ihr zu Anfang noch bergab, ist sie am Ende obenauf. Neben den imposanten Landschaftsaufnahmen von den schottischen Highlands mit ihrer kargen, menschenleeren Kulisse ist es noch besonders erwähnenswert, dass die 1933 geborene Hauptdarstellerin Sheila Hancock es tatsächlich selbst bis auf den Gipfel geschafft hat.

Die schönsten Jahre eines Lebens

Dienstag, 17. November, 18.00 und 20.00 Uhr

Frankreich 2019; Regie: Claude Lelouch; Darsteller*innen: Anouk Aimée, Jean-Louis Trintignant, Souad Amidou, Antoine Sire, Marianne Denicourt, Monica Bellucci, Tess Lauvergne, Vincent Vinel, Laurent Dassault; FSK ab 16; 90 Minuten

Siege fährt der ehemalige Rennfahrer und Womanizer Jean-Louis nur noch in seiner Erinnerung ein. Doch die geht immer mehr verloren, fürchtet sein Sohn Antoine, auch wenn es scheint, als würden sich die Gedanken des alten Herrn vor allem um eine bestimmte Frau drehen: Anne, die große Liebe seines Lebens. Um seinem Vater ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, macht sich Antoine auf die Suche nach jener geheimnisvollen Schönheit, die Jean-Louis nicht halten konnte, die er aber nie vergessen hat. Und tatsächlich macht er Anne in einem idyllischen Dorf in der Normandie ausfindig, wo die frühere Filmproduzentin einen kleinen Laden und ein sehr erfülltes Leben führt. Sie nimmt die Einladung, Jean-Louis nach so vielen Jahren wiederzusehen, nur zögerlich an. Beim ersten Besuch erkennt er sie zunächst auch nicht wieder. Doch schnell nehmen die beiden die Fäden ihrer gemeinsamen Geschichte da auf, wo sie sie einst hatten fallen lassen…

Für Sama

Dienstag, 10. November, 18.00 und 20.00 Uhr

GB/Syrien 2019; Regie: Waad al-Kateab, Edward Watts; Mit: Waad al-Kateab, Hamza Al-Khateab, Sama Al-Khateab; FSK: 16; Prädikat: besonders wertvoll; 95 Minuten

Als der Arabische Frühling 2011 Syrien erreicht, bricht die 20-jährige Waad al-Kateab ihr Studium ab. Ihre Eltern möchten, dass sie nach Hause kommt, doch Waad bleibt in Aleppo und schließt sich den Rebellen an – von der Hoffnung auf demokratischen Wandel getragen. Dann schlägt das Assad-Regime zurück; Menschen verschwinden, werden gefoltert, liegen als Leichen im Fluss. Und es beginnen die Bombardements. Inmitten der jahrelangen Belagerung von Aleppo verliebt sich die junge Frau in den Arzt Hamza, der versucht, die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten. Waad selbst dokumentiert das Leben im Ausnahmezustand, zunächst mit ihrem Smartphone, dann mit einer Videokamera. Sie filmt Notoperationen, Sterbende, Tote, Trauernde. Und sie filmt ihre Tochter Sama, die 2015 zur Welt kommt.

Al-Kateabs journalistische Kontakte – ihre Reportagen aus dem Krieg wurden mit einem Emmy ausgezeichnet – ermöglichten der Familie 2017 die Flucht nach England. »FÜR SAMA« ist ein radikal persönlicher, auch parteiischer Film, der auf eine Diskussion der komplizierten politischen und militärischen Lage verzichtet. Das macht seine Stärke aus: die Konzentration auf das unmittelbare Erleben der eingeschlossenen Zivilisten, auf den irritierenden Wechsel von Entspannung und Todesangst, vom Kuscheln mit der Tochter zur Flucht ins finstere Untergeschoss. Im Unterschied zum Strom der Nachrichtenbilder wird das Leid der unbekannten, zufälligen Opfer hier aber stets konkret – indem die Regisseurin es mit ihrer Erfahrung als Frau und Mutter verknüpft. Für Sama bringt dem Publikum erschütternd nahe, welchen Risiken die Menschen in den neuen Kriegsregionen ausgesetzt sind.

Undine

Dienstag, 3. November, 18.00 und 20.00 Uhr

Deutschland/Frankreich 2020; Regie: Christian Petzold; Darsteller*innen: Paula Beer, Franz Rogowski, Mariam Zaree, Jacob Matschenz; FSK ab 12; 89 Minuten

Undine lebt in Berlin. Ein kleines Appartement am Alexanderplatz, ein Honorarvertrag als Stadthistorikerin, ein modernes Großstadtleben wie auf Abruf. Als ihr Freund Johannes sie verlässt, bricht eine Welt für sie zusammen. Der Zauber ist zerstört. Wenn ihre Liebe verraten wird, so heißt es in den alten Märchen, muss sie den treulosen Mann töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist.

Undine wehrt sich gegen diesen Fluch der zerstörten Liebe. Sie begegnet dem Industrietaucher Christoph und verliebt sich in ihn. Es ist eine neue, glückliche, ganz andere Liebe, voller Neugier und Vertrauen. Atemlos verfolgt Christoph ihre Vorträge über die auf den Sümpfen gebaute Stadt Berlin, mühelos begleitet Undine ihn bei seinen Tauchgängen in der versunkenen Welt eines Stausees. Doch Christoph spürt, dass sie vor etwas davonläuft. Undine muss sich dem Fluch stellen. Diese Liebe will sie nicht verlieren.

Undine ist Christian Petzolds faszinierende Neuinterpretation des Mythos der geheimnisvollen Wasserfrau Undine, die nur durch die Liebe eines Menschen ein irdisches Leben führen und eine Seele erlangen kann: Ein modernes Märchen in einer entzauberten Welt, die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod.

Le Mans 66 – Gegen jede Chance

Dienstag, 27. Oktober 2020, 18.00 und 20.00 Uhr

USA 2019; Regie: James Mangold; Darsteller*innen: Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Caitriona Balfe, Tracy Letts, Josh Lucas, Ray McKinnon; FSK: ab 12; 152 Minuten

Henry Ford II hat das Familiengeschäft seines Großvaters Anfang der 1960er Jahre übernommen. Um amerikanische Autos am von europäischen Herstellern dominierten Markt zu etablieren, überarbeitete er das Firmenkonzept mit Hilfe des Visionärs Lee Iacocca und dem ehemaligen Rennchampion und Ingenieur Carroll Shelby. Zusammen kreierten sie den Ford GT40, der Ferrari in ihrem eigenen Rennen in Le Mans 1966 schlagen sollte, was bis dahin keinem amerikanischen Modell zuvor gelingen wollte. Mit dem britischen Rennfahrer Ken Miles arbeiten sie an dem revolutionären Rennwagen, doch die Zusammenarbeit der Dickköpfe stellt sich als komplizierter dar, als anfangs gedacht. Aber alle verfolgen das gleiche Ziel: Ken Miles soll 1966 mit dem Ford GT40 als erster über die Ziellinie von Le Mans fahren.

Regisseur James Mangold inszeniert ein elektrisierendes High-Speed-Biopic, das uns ins Jahr 1966 versetzt. Der Film basiert auf der wahren Geschichte des visionären Sportwagenherstellers Carroll Shelby und des furchtlosen, in Großbritannien geborenen Rennfahrers Ken Miles und zeigt uns eindrucksvoll in hochdramatischen Rennszenen, was es heißt, mit 300 km/h über die Straße zu donnern.

The Farewell

Dienstag, 20. Oktober 2020, 18.00 und 20.00 Uhr

USA 2020, Regie: Lulu Wang; Darsteller*innen: Awkwafina, Tzi Ma, Diana Lin, Shuzen Zhou, Lu Hong, Jiang Yongbo, Chen Han, Aoi Mizuhara, FSK ab 0; 101 Minuten

Die in New York lebende erfolglose Schriftstellerin chinesischer Abstammung Billi Wang erfährt über ihre Eltern, dass bei ihrer geliebten Großmutter Nai Nai, die noch immer im Reich der Mitte lebt, Lungenkrebs im Endstadium diagnostiziert wurde. Ihr bleiben nur noch wenige Monate zu leben. Billi ist mehr als traurig und am Boden zerstört. Sie beschließt, ihre Großmutter vor der schmerzlichen Wahrheit zu schützen und möchte ihr am Lebensende schöne Tage bereiten. Der Kranken wird erzählt, dass ihre Befunde für ihr Alter eigentlich ganz gut seien. Die Hochzeit einer japanischen Cousine wird dazu genutzt, um die über die ganze Welt verstreute Familie für Nai Nai zusammenzuführen. Doch als die Verwandtschaft aufeinandertrifft, stößt Billies Plan, die Großmutter zu belügen, nicht nur auf Gegenliebe. Bald zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Wertvorstellungen, was den Tod angeht.

The Farewell ist ein Film über eine existenzielle Lüge. Die Frage, ob es nun eine gute Lüge oder eine kaum vertretbare ist, wird in den kulturellen Differenzen zwischen Ost und West gespiegelt: Im Osten ist das Leben einer Person Teil eines Ganzen, daher habe die Familie die Last der Lüge zu tragen. Vor allen Dingen ist der Film das liebevolle Porträt eines familiären Abschieds, denn was man kaum glauben mag, hat sich wirklich ereignet. Tatsächlich war die chinesische Großmutter der Regisseurin und Drehbuchautorin Lulu Wang tödlich erkrankt und wurde nicht eingeweiht. Für viele ist The Farewell der schönste und lustigste Film des Jahres.

Silver Linings

Dienstag, 13. Oktober, 18.00 und 20.00 Uhr

USA 2012; Regie: David O. Russell; Darsteller*innen: Bradley Cooper, Robert de Niro, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver, Chris Tucker, Anupam Kher, Shea Whigham, Julia Stiles; FSK: ab 12; 120 Minuten

Pat Solatano hat alles verloren: sein Haus, seinen Job und seine Frau. Und so findet er sich, nachdem er gerade auf gerichtliche Anweisung acht Monate in einer psychiatrischen Anstalt verbracht hat, plötzlich zuhause bei Mutter und Vater wieder. Pat ist fest entschlossen, positiv zu denken und damit sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und seine Frau zurückzuerobern. Doch dann lernt Pat die rätselhafte Tiffany kennen und alles beginnt, sich erneut zu verkomplizieren, denn Tiffany bietet ihm ihre Hilfe bei der Rückeroberung seiner Frau an. Einzige Bedingung: ein Tanzkurs. Im Zuge ihres ungewöhnlichen Deals kommen sich die beiden auf überraschende Weise näher – und plötzlich tun sich am Horizont unerwartete Silberstreifen auf…

Cinema Paradiso zeigt den Film in Zusammenarbeit mit dem Bürgerkreis für psychosoziale Arbeit e. V. in Sinsheim.

Auerhaus

Dienstag, 6. Oktober, 18.00 und 20.00 Uhr

Deutschland 2019; Regie: Neele Leana Vollmar; Darsteller*innen: Damian Hardung, Max von Groeben, Luna Wedler, Devrim Lingnau, Ada Philine Stappenbeck, Hans Löw; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 12; 104 Minuten

Vier Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht langweilig werden. Darum beschließen Höppner, Frieder, Vera und Cäcilia einfach mal alles anders zu machen, als man es in der Provinz sonst so macht: Sie ziehen gemeinsam ins Auerhaus und gründen, unter den missbilligenden Blicken der Dorfbewohner, eine WG. Um den Moment zu feiern, alle Regeln zu brechen – und vor allem, um ihren Kumpel Frieder vor sich selbst zu retten. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll. Doch wie lange können die Mauern des Auerhauses den Zauber dieser Gemeinschaft beschützen? Der Film basiert auf Bov Bjergs Bestseller-Roman „Auerhaus“ aus dem Jahr 2015.

Queen & Slim

Dienstag, 29. September, 18.00 und 20.00 Uhr

USA 2019; Regie: Melina Matsoukas; Darsteller*innen: Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith, Bokeem Woodbine; FSK: ab 12; 133 Minuten

Drama à la Bonnie und Clyde, in dem ein junges Paar versehentlich einen Polizisten erschießt und flüchtet. Eigentlich sollte es nur ein nettes erstes Date werden. Doch auf dem Nachhauseweg werden die schwarze Anwältin Queen und ihr ebenfalls schwarzer Begleiter Slim von einem Polizisten angehalten. Was als routinemäßige Verkehrskontrolle beginnt, eskaliert schnell. Die Situation endet im Fiasko mit plötzlichen und tragischen Folgen, als Slim den Polizisten in Notwehr tötet. Entsetzt und in Angst um ihre Leben müssen die beiden die Flucht ergreifen. Doch der Vorfall wurde auf Video festgehalten und geht viral, wodurch das Pärchen unabsichtlich zum Symbol des Traumas, des Terrors, der Trauer und des Schmerzes für Menschen im ganzen Land wird. Auf ihrer Fahrt werden diese zwei unwahrscheinlichen Flüchtlinge sich selbst und einander unter den schlimmsten Umständen und in größter Verzweiflung entdecken – und eine innige und kraftvolle Liebe zueinander aufbauen, die ihre gemeinsame Menschlichkeit offenbaren und den Rest ihres Lebens prägen wird.