Frau Stern

Mittwoch, 18. März, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2019; Regie: Anatol Schuster; Darsteller*innen: Ahuva Sommerfeld, Kara Schröder, Pit Bukowski, Nirit Sommerfeld, Max Roenneberg; FSK: ab 12; Prädikat: besonders wertvoll; 79 Minuten

In ihrem Leben hat Frau Stern nicht nur vieles erlebt, sondern vor allem auch überlebt. Die 90-Jährige liebte viele Männer, rauchte viel, führte ein Restaurant, und entkam als Jüdin den Nazis. Liebe, das hat sie gelernt, ist eine Entscheidung. Der Tod genauso. Und so entscheidet Frau Stern, dass es nun an der Zeit ist zu sterben. Der Abschied aus der Welt wird ihr allerdings nicht gerade leicht gemacht: Der Arzt mag ihr keine Hilfe sein, aus der Badewanne wird sie von Einbrechern gerettet und von den Schienen hilft ihr ein Spaziergänger wieder hoch. Mit Hilfe ihrer Enkelin Elli will Frau Stern ein für alle Mal kurzen Prozess machen – denn die kennt immerhin den coolsten Dealer aus Neukölln, der ihr garantiert auch eine Waffe besorgen kann. Doch auch dieser Plan geht schief, stattdessen landet die todessehnsüchtige Frau schon bald im verrückten Freundeskreis ihrer Enkelin, in dem sie sich erstaunlich wohlfühlt.

Selbstbestimmtes Leben und Sterben, das Zusammenleben und der Austausch der Generationen, der Umgang mit der Vergangenheit, die Traumata der Überlebenden des Holocausts. Dies alles vermittelt sich beiläufig, ohne Schwere und den berühmten Zeigefinger. Denn trotz seiner thematischen Tiefe ist FRAU STERN vor allem ein leichter, lebensbejahender Film, der durch seine eigenwillige und fast schon symbolische Erzählweise irgendwo zwischen Realität und Fantasie schwebt (…) Ein Film der augenzwinkernd amüsiert, sein Publikum bereichert und glücklich macht. (FBW)