Widows – Tödliche Witwen

Mittwoch, 26. Juni, 18.00 und 20.30 Uhr

GB/USA 2018; Regie: Steve McQueen; Darsteller*innen: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo; FSK: ab 16; 129 Minuten

Es sollte der letzte Coup werden, ein genialer Einbruch, dessen Gewinn ausreichen würde, damit alle Beteiligten ein sorgloses Leben führen könnten. Dummerweise ging dabei alles schief. Als Veronicas Ehemann bei dem Raubzug ums Leben kommt, steht sie vor einem Abgrund, denn ihr Mann hat ihr einen gigantischen Schuldenberg hinterlassen. Zwei Millionen Dollar schuldete er dem brutalen Gangster Jamal Manning, und dieser verlangt nun von Veronica, dass sie das Geld für ihn auftreibt. Also beschließt sie kurzerhand, selbst einen großen Coup durchzuführen. Mit der Beute will sie sich Jamal und den Geldeintreiber Jatemme vom Hals schaffen. Bei der Durchführung des Plans sollen ihr die Frauen von Harrys Kollegen helfen, die bei dem Unglück ebenfalls ums Leben gekommen waren. Die Witwen Linda und Alice lassen sich auf den gefährlichen Plan ein und engagieren mit der Friseurin Belle eine zuverlässige Fluchtwagenfahrerin. Nun kann das Quartett loslegen.

Basierend auf der 80er-Jahre TV-Miniserie Widows inszeniert Regisseur Steve McQueen einen opulenten Thriller, in dem vier Frauen das Ruder übernehmen. Der Film überzeugt als Portrait dreier Antiheldinnen, die sich entschlossen gegen ihr vermeintliches Schicksal stellen.

Drei Gesichter

Mittwoch, 19. Juni, 18.00 und 20.30 Uhr

Iran 2018; Regie: Jafar Panahi; Darsteller*innen: Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei; FSK: ab 12; 100 Minuten

Die junge Marziyeh will Schauspielerin werden und wendet sich in einem Handy-Video an den iranischen Regisseur Jafar Panahi und die Schauspielerin Behnaz Jafari. Die beiden sollen ihr helfen, ihre Familie von ihrem Vorhaben zu überzeugen, an die Schauspielschule zu gehen. Als es zu einem tragischen Ereignis kommt, reisen Panahi und Jafari in den Heimatort des Mädchens, um dort ihre Familie zu treffen. Die Reise in das Dorf gestaltet sich als abenteuerlich und teilweise absurd, wenn alte Damen in bereits ausgehobenen Gräbern Probe liegen oder mit mysteriösen Hupkonzerten einspurige Dorfstraßen befahrbar gemacht werden. Doch einmal im Dorf angekommen, möchten Jafar und Behnaz endlich das Geheimnis um das Handy-Video lösen.

Drei Gesichter ist bereits der vierte Film des iranischen Autor Jafar Panahi, seitdem er 2010 vom Mullah-Regime mit einem 20-jährigen Berufs- und Reiseverbot belegt wurde. Die staatlichen Behörden lassen Jafar Panahi gewähren, solange seine auf abenteuerliche Weise außer Landes geschmuggelten Filme nur auf europäischen A-Festivals und nicht im eigenen Land bejubelt werden. DREI GESICHTER lief 2018 im Wettbewerb von Cannes und gewann den Preis für das beste Drehbuch – selbst wenn Jafar Panahi nicht bei der Premiere anwesend sein konnte.

Unser Saatgut – Wir säen, was wir ernten

Mittwoch, 12. Juni, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2016; Regie: Taggart Siegel, Jon Betz; Dokumentation; FSK: 6; 94 Minuten

Wenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Saatgut. Verehrt und geschätzt seit Beginn der Menschheit sind die Samen unserer Kulturpflanzen die Quelle fast allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern Rohstoffe für unseren Alltag. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 Prozent aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne wie Syngenta und Bayer/Monsanto kontrollieren mit gentechnisch veränderten Pflanzen längst den globalen Saatgutmarkt. Daher kämpfen immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer wie David gegen Goliath um die Zukunft der Sortenvielfalt.

Mit ihrem Dokumentarfilm UNSER SAATGUT folgen Taggart Siegel und Jon Betz diesen leidenschaftlichen Saatgutwächtern, die unser 12.000 Jahre altes Nahrungsmittelerbe schützen wollen. Ohne es zu wissen, werden sie zu wahren Helden für die gesamte Menschheit, denn sie verbinden uns wieder mit dem ursprünglichen Reichtum unserer Kultur, die ohne die Saatgutvielfalt nicht bestehen kann.

Der Film ist ein Appell an uns alle: Schützt die ursprüngliche Saatgutvielfalt, sonst ist das reiche Angebot unserer Nahrung bald nur noch schöne Erinnerung! Einfallsreich und mit kreativen Bildern macht der Film seine Zuschauer zu mündigen Essern, die sich nicht mit der immer gleichen Supermarktware abspeisen lassen. Ein lebensverändernder Dokumentarfilm von Taggart Siegel und Jon Betz, so farbenfroh wie die natürliche Vielfalt unserer Saaten. Ausgezeichnet mit 18 Festival-Awards und nominiert für den EMMY-Award 2018 als Outstanding Nature Documentary.

Capernaum – Stadt der Hoffnung

Mittwoch, 5. Juni, 18.00 und 20.30 Uhr

Libanon/USA 2018; Regie: Nadine Labaki; Darsteller* innen: Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure Bankole, Kawthar Al Haddad; FSK ab 12; 123 Minuten

Zain ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt.

Capernaum ist eine Beschreibung biblischen Ursprungs, die sich vor allem als Bild für einen Ort voller Chaos und Unordnung etabliert hat. Einen solchen Ort zeigt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki in ihrer hochemotionalen Fabel. In visuell beeindruckenden Kinobildern erzählt ihr Film von den Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Mitreißend inszeniert legt Nadine Labaki die Mechanismen unglaublicher, sozialer Ungerechtigkeit offen und gibt denen eine Stimme, die im Schatten leben. Ein Film von großer Empathie und Menschlichkeit. Der Film wurde in Cannes minutenlang mit stehenden Ovationen gefeiert und gewann den Großen Preis der Jury und den Preis der Ökumenischen Jury. Nominiert für den Oscar als bester Nicht-englischsprachiger Film.