Gutland

Mittwoch, 14. November, 18.00 und 20.30 Uhr

Luxemburg/Belgien/D 2017; Regie: Govinda van Maele; Darsteller*innen: Frederick Lau, Vicky Krieps, Marco Lorenzini, Leo Folschette; FSK: ab 12; 107 Minuten

Jens, ein deutscher Dieb und Herumtreiber, verschlägt es in die von Landwirtschart geprägte luxemburgische Gemeinde Schandelsmillen, wo er Arbeit sucht. Ein Bauer stellt ihn als Erntehelfer auf seinem Hof an und in der örtlichen Kneipe lernt er Lucy, die Tochter des Bürgermeisters, kennen. Sie macht ihm Avancen und geht mit ihm ins Bett. Doch der wortkarge und eigenbrötlerische Jens hat ansonsten kein Interesse daran, sich in die Dorfgemeinschaft zu integrieren – obwohl die Einwohner ihn mögen, zu Partys einladen, ihm eine Trompete schenken und ihn als Mitglied ihrer Musikgruppe gewinnen wollen. Doch hinter der ländlichen Idylle und der Gastfreundschaft entdeckt Jens bald dunkle Geheimnisse, die sich bruchstückhaft offenbaren. Und während Jens sich weiter und weiter in das Dorfleben integriert, seine Arbeit macht und langsam eine intensivere Beziehung zu Vicky aufbaut, verändert er sich. Auch seine eigene finstere Seite kann er vor den Einheimischen nicht lange verbergen.

In den Gängen

Mittwoch, 7. November 2018, 18.00 Uhr und 20.30 Uhr

Deutschland 2017; Buch und Regie: Thomas Stuber; Darsteller*innen: Sandra Hüller, Franz Rogowski, Peter Kurt; Ramona Kunze-Libnow; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 12; 120 Minuten

Das Melodram basiert auf einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer und zeigt die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der ostdeutschen Provinz. Christian ist neu im Großmarkt. Schweigend taucht er in das unbekannte Universum ein: die langen Gänge, die ewige Ordnung der Warenlager, die surreale Mechanik der Gabelstapler. Die Welt des Großmarktes erschließt sich ihm dabei als neuer Kosmos, wo er bald seinen Platz findet. Der ältere Bruno aus der Getränkeabteilung nimmt den schweigsamen Christian unter seine Fittiche. Er bringt ihm allerlei Tricks und Kniffe bei und wird zum väterlichen Freund.

Auch die anderen Mitarbeiter behandeln Christian bald wie ein Familienmitglied. Als er sich in Marion von den Süßwaren verliebt, fiebert der ganze Großmarkt mit. Doch Marion ist verheiratet. Obwohl sie in ihrer Ehe nicht glücklich ist, respektiert der schüchterne Christian diese Tatsache. Die beiden kommen sich dennoch näher, und bald ist klar, dass auch Marion Gefühle für ihren Kollegen hegt.

IN DEN GÄNGEN – auf der Berlinale mit zwei Preisen ausgezeichnet – erzählt von einer zarten Liebe, die im geschützten Kosmos eines Großmarktes, inmitten einer Atmosphäre von familiärer Freundschaft und Zugehörigkeit, gedeiht – außerhalb des Großmarktes aber keine Chancen hätte.

Los Versos del Olvido – Im Labyrinth der Erinnerungen

Mittwoch, 31. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

Chile/F/D/NL 2017; Regie: Alireza Khatam; Darsteller*innen: Juan Margallo, Tomás del Estal, Amparo Noguera, Manuel Morón, Itziar Aizpuru; FSK: ab 6; 92 Minuten; OmU

Ein abgelegener Friedhof in Chile, der Rückzugsort eines alten Mannes. Als Wärter verbringt er seine Tage damit, sich um seine geliebten Pflanzen zu kümmern – oder denjenigen, die auf der Suche nach Vermissten sind, die Körper der kürzlich verstorbenen in den Kühlkammern seines Leichenschauhauses zu zeigen. Sein Gedächtnis ist tadellos, nur Namen kann er sich nicht merken. Doch seine Routine wird jäh unterbrochen: Nach niedergeschlagenen Protesten versucht die Miliz, ihre Opfer bei ihm zu verstecken. Als er den leblosen Körper einer namenlosen jungen Frau findet, beginnt für den Wärter eine magische Reise. Gemeinsam mit einem kauzigen Bestatter, der die Geschichten der Toten sammelt, einer alten Frau auf der Suche nach ihrer lange vermissten Tochter und dem Fahrer eines Leichenwagens, der von seiner Vergangenheit heimgesucht wird, begibt er sich auf eine Odyssee durch die skurrilen Wege der Bürokratie, um der Unbekannten ein würdiges Begräbnis zu verschaffen.

Mit LOS VERSOS DEL OLVIDO – IM LABYRINTH DER ERINNERUNG gibt der iranische Regisseur Alireza Khatami sein Spielfilm-Debüt, das bei den Internationalen Festspielen von Venedig 2017 Weltpremiere feierte und vielfach ausgezeichnet wurde.