Stummfilmkonzert – Geheimnisse des Orients

Mittwoch, 24. Oktober, nur 20.30 Uhr

Stummfilmkonzert mit Günter Buchwald

Deutschland/Frankreich 1927/1928; Regie: Alexander Wolkoff; Darsteller*innen: Nina Koschitz, Nikolaj Kolin, Ivam Petrovich, Marcella Albani; FSK: o. A.; 122 Minuten

Ali arbeitet als Flickschuster in Kairo. Seine Ehefrau ist ein echter Hausdrachen, lieber heute als morgen möchte er sie verlassen. Als er eines Tages in den Besitz einer Zauberpfeife gelangt, macht er seinen Traum wahr und ergreift die Flucht. Als blinder Passagier reist er auf einem Schiff in die ferne Hauptstadt des Sultans. Dort beobachtet er, wie Prinz Hussein von einer siegreichen Schlacht heimkehrt. In seiner Gewalt hat er den Prinzen Achmed. Aus seinem Versteck kann er auch beobachten, wie Zobeide, des Sultans Lieblingsfrau, und seine Tochter Gylnare den schönen Prinzen Achmed anhimmeln. Doch dann wird Ali der Flickschuster entdeckt und Hussein vorgeführt. Der nimmt Ali in persönlichen Dienst – und so wird Ali in eine ganze Reihe haarsträubender Abenteuer verwickelt: Er muss Schiffskatastrophen überstehen, als vermeintlicher Bote Gottes dem Sultan die Zukunft voraussagen und wird Zeuge der Eifersuchtsintrigen im königlichen Palast. Bald schon muss er um sein Leben bangen. Und all das nur, weil er seine Ehefrau nicht mehr ertragen konnte … .

Zu unserem Stummfilmkonzert spielt live die Silent Movie Music Company unter der Leitung von Günter Buchwald.

Der seidene Faden

Mittwoch, 17. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2017; Regie und Drehbuch: Paul Thomas Anderson; Darsteller*innen: Daniel Day-Lewis, Vicky Krieps, Lesley Manville, Richard Graham; FSK: ab 12; 131 Minuten

London in den 1950er Jahren: Reynolds Woodcock ist ein berühmter Damenschneider und begehrter Junggeselle. Gemeinsam mit seiner Schwester Cyril steht er im Zentrum der britischen Modewelt, ihre Marke The House of Woodcock wird vom Adel ebenso geschätzt wie von Filmstars und High-Society-Größen. In Liebesdingen hält sich Reynolds für verflucht und flüchtet sich von einer Affäre in die nächste. Doch dann tritt Alma in sein Leben, eine willensstarke Frau, die nicht nur seine Geliebte wird, sondern auch seine größte Inspiration. Aber Alma will nicht nur der Ton in den Händen des großen Künstlers sein, sie stellt Reynolds vor die Herausforderung, einen anderen Menschen mit einer starken Persönlichkeit an seiner Seite zu akzeptieren. Das sorgsam kontrollierte Leben des Designers droht aus den Fugen zu geraten. Fazit von Cinema.de: Eine zerstörerische Romanze in Bildern von erlesener Schönheit. Das ist Kino für die Ewigkeit.

Daniel Day-Lewis hatte angekündigt, dass er aus privaten Gründen im Alter von nur 60 Jahren seine beispiellose Karriere beendet. Dieser Film ist sein Abschiedsgeschenk und zeigt beispielhaft, wie begnadet gut der in London geborenen Ire ist (filmstarts.de).

Eleanor & Colette

Mittwoch, 10. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

USA/D/Belgien 2017; Regie: Bille August; Darsteller*innen: Helena Bonham Carter, Hilary Swank, Johan Heldenbergh, Jeffrey Tambor, Cynthia Hoppenfeld; FSK: ab 12; 115 Minuten

Eleanor Riese leidet an paranoider Schizophrenie und weiß, dass sie nur mit Medikamenten ein eigenständiges Leben führen kann. Als sich bei einem freiwilligen Klinikaufenthalt starke Nebenwirkungen bemerkbar machen und ihre Ärzte Eleanors Bitten ignorieren, ihre Medikation mitzubestimmen, heuert sie die Anwältin Colette Hughes an, um genau das durchzusetzen. In einem so gut wie aussichtslosen Verfahren stellen sich die beiden gegen ein übermächtiges Establishment aus Pharmaindustrie und Ärzten, schaffen es aber, ihren Fall bis zum obersten Gerichtshof zu bringen. Sie vereint ein gemeinsamer Kampf um Selbstbestimmung, mit dem die ebenso exzentrische wie liebenswerte Eleanor das Leben der verbissenen Colette gehörig durcheinanderbringt und der sie zu mehr macht, als zu Mandantin und Klientin: Sie werden Freundinnen, die sich Halt geben, voneinander lernen und gegenseitig ihr Leben verändern. CINEMA PARADISO zeigt den Film in Zusammenarbeit mit dem Bürgerkreis für psychosoziale Arbeit e. V. in Sinsheim.

Back for Good

Mittwoch, 3. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2017; Regie: Mia Spengler; Darsteller*innen: Kim Riedle, Leonie Wesselow, Juliane Köhler; FSK: ab 12; Prädikat: besonders wertvoll; 90 Minuten

Angie, ein Ex-Reality-TV-Sternchen muss nach einem Drogenentzug ihre Zukunft völlig neu planen. Ohne Geld und Wohnung muss sie den für sie demütigenden Rückzug in ihr Heimatdorf antreten und wieder bei ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Kiki wohnen. Und während sie immer noch den Traum hegt, ihre Karriere als B-Promi voranzutreiben, erkennt sie schmerzhaft, dass sich da, wo sie herkommt, nichts geändert hat. Ihre Mutter ist immer noch kontroll- und herrschsüchtig, Schwester Kiki leidet an Epilepsie und wird von der Mutter wie ein rohes Ei behandelt. Das derart isolierte Mädchen versucht mit einem dilettantischen Tanzvideo Zugang zur angesagten Youtube-Community in ihrer Schule zu bekommen, was gründlich schiefgeht: die Cybermobber machen Kiki fortan das Leben zur Hölle. Angie beschließt, ihrer kleinen Schwester beizustehen und ihr dabei zu helfen, einfach auch mal Teenager sein zu dürfen.

Mia Spenglers Debütspielfilm Back for Good gelingt es von der ersten Minute an, die Milieus, zwischen denen der Film wandelt, glaubhaft darzustellen. Er zeigt die Probleme des Erdrücktwerdens und Entfliehens, die in jeder Schicht der Gesellschaft vorkommen. Einen zusätzlichen Mehrwert erhält Back for Good durch die genaue Zeichnung der Youtube-Community, in der sich die Schüler bewegen. Ohne erhobenen Zeigefinger werden Fragen nach der sozialen Toleranz gestellt und wie man mit Leuten, die anders sind, umgeht.

Wind River

Mittwoch, 26. September, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2016; Regie: Taylor Sheridan; Darsteller*innen: Jeremy Renner, Elizabeth Olsen , Jon Bernthal , Julia Jones, Apesanahkwat, Graham Greene; FSK ab 16; 107 Minuten

Der Autor Taylor Sheridan zählt zu den aufregendsten Schreibern in Hollywood. In den letzten Jahren gab es nur wenige Filme, die mit einer solchen Wucht inszeniert wurden wie Wind River. Sheridans Regiedebüt ist furioses, extrem fesselndes und zutiefst erschütterndes Actionkino, nicht weniger als ein Meisterwerk.

Jeremy Renner spielt den Fährtenleser und Fallensteller Cory Lambert, der im Indianerreservat Wind River einen Puma jagt, der es auf das Vieh der Bauern abgesehen hat. In der tief verschneiten Landschaft stößt er tatsächlich auf eine Spur. Wenig später findet er die Leiche einer 18-jährigen Indianerin. Sie war die beste Freundin seiner Tochter, die vor drei Jahren auf ungeklärte Weise ums Leben kam. Die unerfahrene FBI-Agentin Jane Banner soll den Fall aufklären. Weil sie sich in der Gegend nicht auskennt, bittet sie den erfahrenen Jäger um Hilfe. Den wortkargen Naturburschen, der unter einer nicht verarbeiteten Familientragödie leidet, verkörpert Jeremy Renner mit Verletzlichkeit und Entschlossenheit. Während sich der Zuschauer so verloren wie die FBI-Agentin fühlt, spürt man den Schmerz des traumatisierten Spurensuchers in nahezu jeder Einstellung. Intensiver und aufwühlender kann Kino nicht sein. (filmstarts.de)

Wildes Herz

Mittwoch, 12. September 2018, 18 Uhr und 20.30 Uhr

Deutschland 2017; Regie und Drehbuch: Charly Hübner, Sebastian Schultz; Darsteller*innen: „Monchi“ Gorkow, Olaf Ney, Christoph Sell, Kai Irrgang, Jacobus North, Max Bobzin, Campino, Angela Gorkow, Axel Gorkow; FSK: ab 12 Jahren; 90 Minuten

Mitreißend und voller Energie porträtiert WILDES HERZ die beliebtesten Punk-Rocker aus dem Norden „Feine Sahne Fischfilet“. Doch Charlie Hübners Regie-Debüt ist mehr als eine Musikdoku für die Fans. Der Film zeigt den alarmierenden Rechtsruck der letzten Jahre in Mecklenburg-Vorpommern und wie sich die Band um den sympathischen Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow mit Neonazi-Gewalt, AfD-Wahlerfolgen und perspektivlosen Jugendlichen auseinandersetzt, indem er nicht nur musikalische Präsenz zeigt. Dass es immer noch politische Jugendkultur gibt, die etwas bewegen kann und linker Kampfgeist und Lokalpatriotismus kein Widerspruch sein müssen, macht Hübners Film auf unterhaltsame Weise deutlich. Die politische Botschaft, die „Monchi“ auch nach den Konzerten weiter trägt, ist vielleicht nicht die Form der Politik, die sich das bürgerlich-intellektuelle Publikum vorstellt, wenn es die halbnackten feiernden Jugendlichen sieht. Aber „Monchi“ holt die Jugendlichen dort ab wo sie stehen und zeigt ihnen gleichzeitig, dass es auch anders geht. „Gehen oder Bleiben“ heißt nicht von ungefähr eine der Platten von „Feine Sahne Fischfilet“, die zur Auseinandersetzung mit der vermeintlichen Perspektivlosigkeit anregt.

Beim 60. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm erhielt der Film 2017 vier Preise und damit die meisten Auszeichnungen des Festivals, es sind der Förderpreis der DEFA-STIFTUNG, der Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, der Preis der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Gedanken-Aufschluss-Preis einer Jury aus jugendlichen und jungen erwachsenen Strafgefangenen.