Loving

Mittwoch, 29. November, 18.00 und 20.30 Uhr

USA/GB 2016; Regie: Jeff Nichols; Darsteller: Joel Edgerton, Ruth Negga, Marton Csokas, Nick Kroll, Terri Abney; FSK ab 6; Prädikat: besonders wertvoll; 124 Minuten

Richard und Mildred lernen sich in den 50er-Jahren in Virginia kennen und lieben. Doch die gesellschaftlichen Konventionen und sogar das Gesetz verbieten es den beiden, ihre Liebe öffentlich zu zeigen oder gar zu heiraten, denn Richard ist weiß und Mildred schwarz. Als sie sich entgegen aller Warnungen ins liberale Washington aufmachen, um dort zu heiraten und ihre Zusammengehörigkeit offiziell zu besiegeln, erwarten sie nach ihrer Rückkehr nach Hause nicht nur Hass und Feindseligkeit, sondern die Androhung von Strafe – ihre Heiratsurkunde ist in Virginia nichts wert, sollten sie sich weigern, sich zu trennen, droht ihnen das Gefängnis. Als Alternative scheint sich ihnen nur der Weggang aus ihrer Heimat zu bieten, das Verlassen von Freunden und Familie. Richard und Mildred weigern sich, diese Ungerechtigkeit zu akzeptieren. Die beiden wandern nach Washington aus, von wo aus sie den Staat Virginia verklagen und damit bis zum Obersten Bundesgericht ziehen.

Jeff Nichols zeigt mit seinem engagierten Südstaatendrama, dass selbst der Wunsch zu heiraten zu einem politischen Symbol der Gleichberechtigung werden kann. Heute kämpfen dafür homosexuelle Paare, Ende der 1950er Jahre kämpfte das Paar Mildred und Richard Loving, das im Mittelpunkt von Jeff Nichols Film steht. Ein berührender Film, der ganz unspektakulär die Welt der 60er-Jahre im Süden der USA auferstehen läßt, aber ganz konkret zeigt, was es heißt, wenn ein intoleranter Staat das Leben einzelner Menschen bestimmen will. Für ihre Darstellung einer einfachen, aber starken schwarzen Frau war die Schauspielerin Ruth Negga für den Oscar nominiert als beste Hauptdarstellerin.