Die Hände meiner Mutter

Mittwoch, 8. November, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2016; Regie: Florian Eichinger; Darsteller: Andreas Döhler, Jessica Schwarz, Katrin Pollitt, Heiko Pinkowski, Peter Maertens; Prädikat: besonders wertvoll; FSK ab 12; 106 Minuten

Ein Familientreffen auf einem Schiff wird zum Wendepunkt im Leben des 39-jährigen Ingenieurs Markus. Als sein vierjähriger Sohn Adam von der gemeinsamen Toilettenpause mit Großmutter Renate eine kleine Schnittwunde davonträgt, erinnert sich Markus zum ersten Mal daran, was seine Mutter ihm angetan hat, als er selbst noch ein Kind war. Markus und seine Frau Monika sehen sich mit einer undenkbaren Wahrheit konfrontiert, einem Vergehen, das man einer Mutter nicht zugetraut hätte.

Florian Eichingers dritter Spielfilm ist der letzte Teil einer filmischen Trilogie über Gewalt, die durch Mütter verursacht wird. Im hochkarätig besetzten Filmdrama entblößt sich das idyllische Leben Schritt für Schritt als Chronik der Grausamkeit. Nie zuvor wurde das Tabuthema „sexuelle Gewalt durch Mütter“ filmisch in ähnlich konsequenter Weise erzählt.

CINEMA PARADISO zeigt den Film in Zusammenarbeit mit dem Sinsheimer Netzwerk zur Hilfe bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Mittwoch, 1. November, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2017; Regie: Matti Geschonneck; Darsteller: Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, Alexander Fehling; FSK: ab 0; 100 Minuten

Ostberlin, im Frühherbst 1989. Wilhelm Powileit, hochdekoriertes SED-Parteimitglied und Patriarch der Familie, wird 90 Jahre alt. Er und seine Frau Charlotte rüsten sich für diesen Ehrentag. Nachbarn, Genossen und singende Pioniere treten an, um Wilhelm zu gratulieren und ihm einen weiteren Orden zu verleihen. Charlotte hofft auf die Unterstützung der Familie: Ihr Sohn Kurt, der 1956 aus den Arbeitslagern der UdSSR nach Ostberlin gekommen ist und dort als Historiker arbeitet, Kurts russische Frau Irina, die er heimlich betrügt, und auch Charlottes erwachsener Enkel haben ihre festen Plätze im parteikonformen Jubiläumsspektakel.

Nur Sohn Sascha fehlt. Er hat in der Nacht Republikflucht begangen und die sich auflösenden Grenzen des Ostblocks genutzt, um sich in den Westen abzusetzen. Die Nachricht platzt in die Festgesellschaft wie eine Bombe. Während Kurts Schwiegermutter ihre russischen Weisen anstimmt, rechnet die verzweifelte Irina mit ihrer Schwiegertochter und der ganzen Gesellschaft ab. Haushaltshilfe Lisbeth fegt die Scherben zusammen und auch Charlottes Freundin versucht zu retten, was zu retten ist. Doch je weiter das Fest dem Ende zugeht, umso mehr brechen sich Geheimnisse ihre Bahn. Die Veränderung ist nicht mehr aufzuhalten. Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts.