Der müde Tod – Stummfilmkonzert

Mittwoch, 25. Oktober, nur 20.30 Uhr

Deutschland 1921; Regie: Fritz Lang; Darsteller: Lil Dagover, Walter Janssen, Bernhard Goetzke, Hans Sternberg; FSK: ab 0; 105 Minuten

DER MÜDE TOD ist eine freie Adaption des deutschen Märchens vom Gevatter Tod, der einem jungen Mann die Chance gibt, den Tod zu besiegen. Regisseur Fritz Lang erweiterte dieses Motiv um eine weitere, kinotaugliche Frage: Ist Liebe stärker als der Tod? In drei Episoden erzählt er die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Geliebten vor dem Tod zu retten versucht.

Kurz nach dem ersten Weltkrieg gedreht, gilt DER MÜDE TOD als Reflexion auf die Traumata des Kriegsgeschehens. Fritz Lang hat mit diesem Film neue Maßstäbe gesetzt und avancierte mit seinem eindringlichen Werk zu einem der führenden, auch im Ausland gefeierten deutschen Regisseure.
Für die Restaurierung des Films nutzte die Murnau-Stiftung unter anderem Quellen aus dem Museum of Modern Art in New York, dem Filmmuseum München sowie dem Národní filmovy archiv in Prag. Zur Berlinale 2016 wurde die restaurierte und digitalisierte Fassung neu aufgeführt. Dank der Digitalisierung kann der Klassiker nun auch wieder im Kino gezeigt werden. Zur Aufführung in Sinsheim spielt die Silent Movie Music Company unter der Leitung von Günter Buchwald.

Ein Sack voll Murmeln (Un sac de billes)

Mittwoch, 18. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

Frankreich/Kanada/Tschechische Republik 2017; Regie: Christian Duguay; Darsteller: Dorian Le Clech, Patrick Bruel, Batyste Fleurial Palmieri; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 12; 113 Minuten

Im Jahr 1941 erobern die Nazis nach und nach Frankreich. Vor allem in Paris wird es deswegen für jüdische Franzosen wie die Familie Joffo zu gefährlich. Die Joffos planen die Flucht nach Südfrankreich, das noch nicht von den deutschen Truppen besetzt ist. Doch weil eine gemeinsame Reise als Familie zu gefährlich wäre, verfallen sie auf einen Plan: Der zehnjährige Joseph und sein älterer Bruder Maurice sollen sich zunächst alleine auf den Weg machen, die Eltern reisen dann später hinterher. Die beiden Jungen erwartet ein gefährliches Abenteuer, bei dem stets die Gefahr besteht, dass sie als jüdische Flüchtlinge enttarnt werden. Und auch wenn es ihnen ein ums andere Mal gelingt, den Nazis zu entkommen, ist ungewiss, ob sie an ihrem Ziel ankommen und ob auch ihrer restlichen Familie die Flucht in den Süden gelingt.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Joseph Joffo, der 1973 darin seine eigenen Erfahrungen verarbeitet hat. Der berührende Film besticht vor allem durch die herausragende Leistung der Schauspieler, allen voran der beiden jungen Hauptdarsteller Dorian Le Clech und Batyste Fleurial Palmieri, die sich neben renommierten Kollegen nicht zu verstecken brauchen.

Die Überglücklichen (La pazza gioia)

Mittwoch, 11. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr

Italien/Frankreich 2016; Regie: Paolo Virzi; Darsteller: Valeria Bruni Tedeschi, Micaela Ramazzotti, Valentina Canelutti, Bob Messini; FSK ab 12; 118 Minuten

DIE ÜBERGLÜCKLICHEN im Film sind zwei Frauen, die gemeinsam aus einer Psychiatrie ausbrechen und quer durch die sommerliche Toskana fliehen. Gräfin und Quasselstrippe Maria Beatrice Morandini Valdirana kennt sich bestens in der italienischen High Society aus. Doch von ihrem Ansehen in der gehobenen Gesellschaft ist bald nichts mehr übrig, als sie sich in einen Verbrecher verliebt und sie daraufhin von der Justiz unter Arrest gestellt und zu einer psychologischen Behandlung verdonnert wird. In der Nervenheilanstalt Villa Biondi trifft sie auf die junge Donatella, die in ihrer ganz eigenen Welt zu leben scheint. Kurzerhand wird sie von Beatrice unter die Fittiche genommen. Bei ihrem gemeinsamen Arbeitsplatz in einer Gärtnerei ist dann ihre Chance gekommen – die beiden machen sich davon, dicht gefolgt von mehreren Psychologen. Auf ihrer Reise freunden sich die ungleichen Frauen zwischen bipolaren Glücksschüben, Manie und Zwang miteinander an, auf der Suche nach dem Glück in dem Irrenhaus namens Realität. DIE ÜBERGLÜCKLICHEN ist ein absolut lebensbejahender Film, der seinen Figuren die Chance auf Besserung einräumt.

CINEMA PARADISO zeigt den Film in Zusammenarbeit mit dem Bürgerkreis für Psychosoziale Arbeit e. V. Sinsheim.

Die Verführten (The Beguiled)

**Mittwoch, 4. Oktober, 18.00 und 20.30 Uhr **

USA 2017; Regie & Buch: Sofia Coppola; Darsteller: Nicole Kidman, Kirsten Dunst, Elle Fanning, Colin Farrell; Prädikat: besonders wertvoll; FSK: ab 12; 95 Minuten

1864, West Virginia, ein Frontstaat während des amerikanischen Bürgerkrieges. Abgeschieden von den Schrecken des Krieges steht ein prachtvolles Herrenhaus, umgeben von dichten Wäldern. Hier betreibt Miss Martha Farnsworth eine Schule für Mädchen, doch angesichts der Weltlage wohnen nicht mehr allzu viele Elevinnen hier. Eines morgens beim Pilze sammeln trifft Amy, die Jüngste, auf den schwer verletzten Corporal John McBurney. Dass dieser ein Soldat des Nordens ist, macht ihn im Südstaat West Virginia zwangsläufig verdächtig, doch die Nächstenliebe verlangt es, dass dem Verwundeten geholfen wird.

Bald schwirren alle Damen und Mädchen des Hauses um den Hahn im Korb, der die Aufmerksamkeit sichtlich genießt und mit seinem rustikalen Charme gefällt. Was allerdings nicht schwer ist, denn nach Jahren des Krieges und der Isolation sehnen sich die Frauen nach einem Mann. Besonders die Lehrerin Edwina sieht in dem schmucken Soldaten die Möglichkeit, aus der Isolation des Schulhauses zu fliehen.

Regisseurin Sofia Coppola wurde mit DIE VERFÜHRTEN in Cannes 2017 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.