Elle

Mittwoch, 16. August, 18.00 und 20.30 Uhr

Frankreich 2016; Regie: Paul Verhoeven; Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny, Charles Berling, Virginie Efira; FSK: ab 16; 131 Minuten

Die Geschäftsfrau Michele ist erfolgreiche Leiterin einer Videospielfirma und gehört zu den ganz großen Namen in der Branche. Ihren Erfolg verdankt sie vor allem ihrer rücksichtslosen Arbeitsweise, die auch ihre Konkurrenten zu spüren bekommen. In ihrem Liebesleben zeigt die Karrierefrau ein ähnlich unterkühltes Verhalten wie im Arbeitsleben. Eines Tages wird Michele von einem Fremden überfallen und brutal vergewaltigt. Von da an ändert sich ihr Leben schlagartig. Dass der Täter draußen unerkannt herumläuft, lässt Michele keine Ruhe; doch will sie keine Anzeige erstatten. Mit eisernem Willen entschließt sie sich dazu, auf eigene Faust die Spuren ihres Peinigers zu verfolgen, um sich an ihm zu rächen. Micheles riskantes Unternehmen gerät schon bald außer Kontrolle.

Verleugnung

Mittwoch, 9. August, 18.00 und 20.30 Uhr

GB/USA 2016; Regie: Mick Jackson; Darsteller: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall, Andrew Scott, Jack Lowden, Caren Pistorius; FSK: 12 Jahre; 110 Minuten

Anno 1996 strengte der britische Holocaustleugner David Irving einen im Jahr 2000 geführten Prozess gegen die US-Historikerin Deborah Lipstadt an. Vor dem Königlichen Zivilgericht in London standen Lipstadt und ihr Team aus renommierten Anwälten vor der absurden Aufgabe, Beweise für den Genozid an den Juden zu erbringen – das britische Rechtssystem kennt nämlich anders als das amerikanische keine Unschuldsvermutung des Angeklagten. Den Prozessverlauf und die pragmatische Taktik der Verteidigung beleuchten der Regisseur Mick Jackson und der Autor David Hare im faktentreuen Justizdrama Verleugnung, das auf Lipstadts Buch „History on Trial: My Day in Court with a Holocaust Denier“ basiert (dt.: „Betrifft: Leugnen des Holocaust“). Im Zentrum stehen klar gezeichnete Konflikte und eine interessante Frage: Was ist und wer bestimmt die historische Wahrheit?

Anders als Irving verteidigt sich Deborah Lipstadt nicht selbst, was dem Justizdrama griffige Konflikte verleiht. Während sich Irving im Zeugenstand in Szene setzt, muss Lipstadt ihr Vorgehen kleinteilig mit den Staranwälten Rampton und Julius abstimmen. Die Juristen beschließen, Deborah Lipstadt nicht im Zeugenstand auftreten zu lassen und keine Holocaust-Überlebenden vor Gericht zuzulassen, weil sie eine öffentliche Demütigung dieser befürchten. Die von Rachel Weisz schlagfertig gespielte Lipstadt, selbst Jüdin, hadert mit den prozesstaktischen Winkelzügen, denn ihrem Empfinden nach sollen Zeitzeugen aussagen. Der Konflikt Emotio vs. Ratio entfaltet sich in einigen Diskussionen mit den Anwälten und verleiht der sachlichen Analyse eine moralische Dimension.

Moonlight

Mittwoch, 2. August, 18.00 und 20.30 Uhr

USA 2016; Regie: Berry Jenkins; Darsteller: Mahershala Ali, Shariff Earp, Duan Sanderson, Alex R. Hibbert, Janelle Monáe, Naomie Harris, Jaden Piner; FKS: o. A.; 111 Minuten

Moonlight, ausgezeichnet mit dem Oscar als Bester Film, erzählt in drei Etappen aus dem Leben von Chiron.

Als neunjähriger spricht Chiron nicht viel. Er frisst den Kummer in sich hinein, den seine alleinerziehende Mutter Paula mit ihrer Cracksucht verursacht. Es braucht eine Ersatzfamilie, den Drogenhändler Juan und dessen Freundin Teresa, damit sich der Junge langsam öffnet. Als Teenager hat Chiron dann starke Probleme an der Highschool – weil er anders ist, mit seinem besten Kumpel und Schulkameraden Kevin die ersten homosexuellen Erfahrungen macht. Schließlich, mit Ende 20, hat Chiron die Opferrolle abgelegt. Er nennt sich Black und macht sein Geld als Drogendealer. Ein überraschender Anruf von Kevin aber löst etwas in ihm aus: Der Freund von früher, inzwischen ein Koch, bittet Black, ihn in Miami zu besuchen…

Moonlight von Barry Jenkins ist vieles: die Coming-of-Age-Geschichte eines schwulen Afroamerikaners unter schwierigen Bedingungen; eine allgemein gültige Geschichte darüber, wie es ist aufzuwachsen, wenn man auf vielfache Weise ausgegrenzt wird. Radikal in seinem erzählerischen Ansatz, brillant inszeniert und tief berührend ist der Film ein Highlight des Kinojahres.