Barakah meets Barakah

Mittwoch, 19. Juli, 18.00 und 20.30 Uhr

Saudi-Arabien 2016; Regie: Mahmoud Sabbagh; Darsteller: Hisham Fageeh, Fatima Al Banawi, Sami Hifny, Khairia Nazmi; OmU; FSK: ab 12; 88 Minuten

Wie viele Widersprüche hält eine Gesellschaft aus, bis ihr Rückgrat bricht? Und wie lange kann man lügen, bis das Lügen Normalität wird? Wer darauf Antworten sucht, der sehe sich iranische Filme an. Oder saudi-arabische. Jetzt kommt die erste Romantic Comedy aus Saudi-Arabien in die KInos. Bei der Premiere auf der Berlinale 2016 sagte Regisseur Mahmoud Sabbagh, er träume davon, dass Barakah Meets Barakah in seiner Heimat gezeigt würde. Nur gibt es in Saudi-Arabien schon lange keine Kinos mehr: Ins Kino gehen gilt wie Musik hören als Sünde.

Die Geschichte ist uralt: Mann trifft Frau. Barakah trifft Bibi, die eigentlich auch Barakah heißt, den Namen aber vor Langem abgelegt hat. Barakah kommt aus armen Verhältnissen. Er ist Waise und hat niemanden außer einer verschrobenen Tante und einem Alkoholiker als Onkel. Im Auftrag der Regierung hält Barakah nach Gesetzesbrechern Ausschau. Dazu reicht es, auf dem Bürgersteig vor einem Café Tische aufzustellen. „Eine Sünde ist okay, mehr nicht“, sagt Barakah zu einem Bauunternehmer, der nicht nur den Müll falsch entsorgt, sondern auch seine Arbeiter in der Mittagshitze schuften lässt. „Sie können per App bezahlen“, fügt er hinzu. „Da sind wir gleich weit wie der Westen.“ (taz)