T2: Trainspotting

Mittwoch, 26. Juli, 18.00 und 20.30 Uhr

GB 2016; Regie: Danny Boyle; Darsteller: Ewan McGregor, Ewen Bremner, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle, Kelly Macdonald; FSK: ab 16; 117 Minuten

20 Jahre nachdem er Edinburghs Stadtteil Leith hinter sich gelassen hat und sich einem bürgerlichen Leben zuwendete, kehrt Mark Renton in seine Heimatstadt zurück, wo sich manches geändert hat und vieles gleich geblieben ist, und wo seine alten Freunde und Bekannten, darunter Spud, Sick Boy und Begbie, schon auf ihn warten. Allesamt sind sie zwar mittlerweile weg vom Heroin, doch führen sie deswegen noch längst kein Leben in geordneten Bahnen. Und nicht bei allen ist die Freude über den Rückkehrer gleich groß: Mit Spud und Sick Boy knüpft Renton schnell wieder an alte Zeiten an, aber alle drei versuchen tunlichst zu verhindern, Begbie über den Weg zu laufen, der unlängst aus dem Gefängnis ausgebrochen und nicht sonderlich gut auf Renton zu sprechen ist.

Trainspotting war 1996 ein spätes, aber legendäres Punk-No-Future-Drogen-Manifest mit atemberaubender Direktheit und Spontaneität. 20 Jahre später pulsiert der Beat der Straße immer noch. T2 ist ein nostalgischer Rückblick mit viel Rhythmusgefühl. Regisseur Danny Boyle setzt immer noch virtuos wie kaum ein anderer seine Stilmittel ein: schnelle Schnitte, Splitscreen, YouTube-Look und natürlich Musik.

Der Vollposten

Ersatztermin: Freitag, 13. Oktober, 20 Uhr

Nachdem das Open Air Kino am 21.7.2017 wegen Regen ausgefallen ist, wird der Film Der Vollposten am 13. Oktober in der Aula der Schule (Turmstr. 34) gezeigt. Beginn ist 20 Uhr. In der Woche davor können im Naturkostladen in Neckarbischofsheim Eintrittskarten gekauft oder auch zurückgegeben werden.

Italien 2016; Regie: Gennaro Nunziante; Darsteller: Checco Zalone, Eleonora Giovanardi, Sonia Bergamasco, Maurizio Micheli, Lino Banfi; FSK: ab 6; 86 Minuten

Checco wohnt noch immer bei seinen Eltern, drückt sich vor Ehe nebst Vaterschaft und hat auch im Job den einfachen Weg gewählt: Er arbeitet in der Landesverwaltung für Jagd und Fischerei – unbefristet, ohne viel Aufwand und stets in berechtigter Erwartung der nächsten Bestechung. Doch mit der Reform der öffentlichen Verwaltung sieht Checco seine Privilegien schmelzen wie Eis in der italienischen Sonne. In der Hoffnung, dass er kündigt, schickt seine Vorgesetzte den renitenten Faulpelz an die abgelegensten Orte, sogar bis an den Nordpol auf eine Forschungsstation, wo er die Wissenschaftler vor Eisbärangriffen schützen soll.

Fast 10 Millionen Kinobesucher sahen in Italien diese herrliche Komödie, die allerlei unzeitgemäße Überzeugungen im eigenen Land aufs Korn nimmt.

Barakah meets Barakah

Mittwoch, 19. Juli, 18.00 und 20.30 Uhr

Saudi-Arabien 2016; Regie: Mahmoud Sabbagh; Darsteller: Hisham Fageeh, Fatima Al Banawi, Sami Hifny, Khairia Nazmi; OmU; FSK: ab 12; 88 Minuten

Wie viele Widersprüche hält eine Gesellschaft aus, bis ihr Rückgrat bricht? Und wie lange kann man lügen, bis das Lügen Normalität wird? Wer darauf Antworten sucht, der sehe sich iranische Filme an. Oder saudi-arabische. Jetzt kommt die erste Romantic Comedy aus Saudi-Arabien in die KInos. Bei der Premiere auf der Berlinale 2016 sagte Regisseur Mahmoud Sabbagh, er träume davon, dass Barakah Meets Barakah in seiner Heimat gezeigt würde. Nur gibt es in Saudi-Arabien schon lange keine Kinos mehr: Ins Kino gehen gilt wie Musik hören als Sünde.

Die Geschichte ist uralt: Mann trifft Frau. Barakah trifft Bibi, die eigentlich auch Barakah heißt, den Namen aber vor Langem abgelegt hat. Barakah kommt aus armen Verhältnissen. Er ist Waise und hat niemanden außer einer verschrobenen Tante und einem Alkoholiker als Onkel. Im Auftrag der Regierung hält Barakah nach Gesetzesbrechern Ausschau. Dazu reicht es, auf dem Bürgersteig vor einem Café Tische aufzustellen. „Eine Sünde ist okay, mehr nicht“, sagt Barakah zu einem Bauunternehmer, der nicht nur den Müll falsch entsorgt, sondern auch seine Arbeiter in der Mittagshitze schuften lässt. „Sie können per App bezahlen“, fügt er hinzu. „Da sind wir gleich weit wie der Westen.“ (taz)

Neruda

Mittwoch, 12. Juli, 18.00 und 20.30 Uhr

Chile/Argentinien 2016; Regie: Pablo Larraín; Darsteller: Gael García Bernal, Luis Gnecco, Mercedes Moran, Alfredo Castro, Pablo Derqui; FSK: ab 12; 108 Minuten

1948 bezichtigt der chilenische Senator Pablo Neruda, seines Zeichens berühmter Dichter und Kommunist, die Regierung von Präsident Videla des Verrats. Die Retourkutsche folgt sofort in Form von Nerudas Amtsenthebung, seiner Verhaftung kann er nur durch Flucht entgehen. Zusammen mit seiner Frau Delia del Carril versucht er, das Land unbemerkt zu verlassen. Doch der Polizist Peluchonneau ist ihnen bereits hartnäckig auf den Fersen, wodurch ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, dem Neruda einen gewissen Reiz abgewinnen kann. Immer wieder führt er seinen Verfolger mit falschen Spuren in die Irre und schon bald verbreitet sich seine Geschichte in die ganze Welt – selbst Künstler wie Pablo Picasso setzen sich für seine Freiheit ein. In der beeindruckenden Bergwelt Chiles macht sich Neruda dann für das endgültige Ende seines Duells mit Peluchonneau bereit…

Larraín hat es geschafft, die Macht der Sprache in Bilder und eine filmische Erzählung zu fassen. Er wollte keinen Film über Neruda machen, erzählte Larraín nach der Premiere seines Films bei den Filmfestspielen in Cannes. Er habe einen Film „à la Neruda“ machen wollen. Wenn die Detektivgeschichte in einem fantastischen Showdown in den unendlichen weißen Gipfeln der Anden zu Ende geht und dabei noch eine fast schon postmoderne erzählerische Wendung nimmt, die die diffusen Gegenlicht-Kameraeinstellungen plötzlich erklärt, weiß man, dass ihm das mit Bravour gelungen ist.

Wilde Maus

Mittwoch, 5. Juli, 18.00 und 20.30 Uhr

Deutschland 2017; Regie: Josef Hader; Darsteller: Josef Hader, Pia Hierzegger, Jörg Hartmann, Georg Friedrich, Nora v. Waldstätten; FSK: ab 12; 103 Minuten

Das Leben ist ein ewiges Auf und Ab: Mit dem finster-lakonischen Film Wilde Maus (so heißt die Achterbahn im Wiener Prater) gibt Josef Hader sein Regie-Debüt im Berlinale-Wettbewerb 2017.

Georg, etablierter Musikkritiker einer Wiener Zeitung, verlangt eine Sonderbehandlung. Schließlich ist er ein Ass auf seinem Gebiet! Doch auch Asse sind nicht unantastbar: Das lernt Georg, als ihm von seinem Chef wegen Sparmaßnahmen gekündigt wird. Seiner Frau Johanna erzählt der gefeuerte Redakteur nichts vom Rauswurf, aber sie ist ohnehin nur damit beschäftigt, den nächsten Eisprung abzuwarten und ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Georg sinnt indes auf Rache an seinem Ex-Chef und findet im ehemaligen Mitschüler Erich einen Komplizen. Die nächtlichen Rachefeldzüge fangen mit kleinen Sachbeschädigungen an, steigern sich schnell zum ausgewachsenen Terror und gefährden bald Georgs sorgsam aufgebaute bürgerliche Existenz.